10. Biennale Tanzausbildung 2026

Variation – Präzision und Grenzenlosigkeit

Die 10. Biennale Tanzausbildung 2026 Berlin steht im Zeichen der Gemeinschaft: Vom 2. bis 8. Februar 2026 kommen Studierende, Lehrende, Choreograf*innen und Pädagog*innen aus Deutschen und internationalen Ausbildungsinstitutionen in Berlin zusammen, um gemeinsam zu tanzen, zu lernen und zu diskutieren. Unter dem Motto Variation – Präzision und Grenzenlosigkeit feiert die Plattform nicht nur die 10. Ausgabe – zurück am Ort, an dem sie einst begann –, sondern vor allem die Kraft der Begegnung und die kreative Energie einer lebendigen Tanzcommunity.

Seit zwei Jahrzehnten ist der Bundeswettbewerb Biennale Tanzausbildung ein Ort des Austauschs – zwischen Generationen, Stilen und Perspektiven. Hier entstehen Netzwerke, die über Studienorte und Ländergrenzen hinauswirken. Hier wird Tanz als gemeinschaftliches, sich stetig wandelndes Feld erlebt – offen, kritisch, neugierig.

In diesem Jubiläumsjahr richtet die Staatliche Ballettschule Berlin, die zugleich ihr 75-jähriges Bestehen feiert, den Bundeswettbewerb aus. Als eine der prägenden Ausbildungsstätten Deutschlands steht sie für den Dialog zwischen Tradition und zeitgemäßer Pädagogik. Mit Workshops, einem Symposium und künstlerischen Präsentationen bietet die Biennale Raum, sich über Fragen von Diversität, Körperbildern, Lehrmethoden und der Zukunft der Tanzausbildung auszutauschen.

Austausch untereinander und Wege hinaus in die Stadt

Zum Beginn der Biennale zeigen Studierende der deutschen und internationalen Partnerinstitutionen im Theater an der Parkaue ihre künstlerischen Arbeiten – ein Forum der Inspiration und der Begegnung, das die Vielfalt tänzerischer Ausdrucksformen feiert.

Ein besonderer Höhepunkt: Zum ersten Mal geht die Biennale hinaus in die Stadt und tanzt im öffentlichen Raum. Im Humboldt Forum tanzen knapp 100 Teilnehmende gemeinsam – ein mitreißendes Zeichen für Offenheit, Verbundenheit und die Strahlkraft des Tanzes als kollektives Erlebnis.

Im Zentrum der Biennale steht nicht die Konkurrenz, sondern die Gemeinschaft: Die Biennale schafft Verbindungen zwischen klassischem Ballett und zeitgenössischem Tanz, zwischen akademischer Reflexion und körperlicher Erfahrung, zwischen individueller Virtuosität und kollektiver Kreativität.

An der 10. Biennale Tanzausbildung 2026 Berlin nehmen Studierende und Lehrende aus acht staatlichen Tanzausbildungsstätten in Deutschland teil:
Die Folkwang Universität der Künste Essen, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, die Hochschule für Musik und Tanz Köln mit ihrem Zentrum für Zeitgenössischen Tanz, das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin, die Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) mit ihrer Ballett-Akademie, die Palucca Hochschule für Tanz Dresden, die Staatliche Ballettschule Berlin sowie die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim / Akademie des Tanzes.

Neben den acht nationalen, staatlich anerkannten Tanzausbildungsinstitutionen sind auch fünf internationale Schulen/Ausbildungsakademien eingeladen: Die École supérieure de danse de Cannes Rosella Hightower, die Princess Grace Dance Academy aus Monaco, die Rambert School aus London, die Royal Ballet School aus London und die Royal Danish Ballet School.

2. – 8. Februar 2026 | Staatliche Ballettschule Berlin & Partnerorte in der Stadt
Gemeinsam tanzen. Gemeinsam wachsen. Der Bundeswettbewerb Biennale Tanzausbildung feiert Vielfalt, Begegnung und Bewegung.

„Die Biennale Tanzausbildung ist weit mehr eine Plattform – sie ist ein lebendiger Treffpunkt einer Gemeinschaft, die Tanz als gemeinsame Sprache versteht. Hier wird aus Austausch Bewegung und aus Bewegung Zukunft.“ – Kuratorisches Team der SBUAS: Katrin Baum-Höfer, Ulf Höpfner, Marek Rozycki, René Wiese

Öffentliche Veranstaltungen
2. & 3. Februar 2026 | 19:00 Uhr

Öffentliche Aufführungen im Theater an der Parkaue

7. Februar 2026 | 15:00 & 16:00 Uhr
Abschlussperformance
: Rund 100 Studierende präsentieren im Foyer des Humboldt Forums das gemeinsam mit Nicholas Palmquist entwickelte Tanzprojekt „Desperado“. (Eintritt frei)

Der Bundeswettbewerb 10. Biennale Tanzausbildung 2026 Berlin ist eine Veranstaltung der Staatlichen Ballettschule Berlin in Zusammenarbeit mit dem Theater an der Parkaue. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).

biennale-tanzausbildung.de

Archiv

Während der Biennale Tanzausbildung 2018 führten Sheena McGrandles und Diego Agulló eine Reihe von Formaten durch, die in einer Online-Videodokumentation schlossen. Diese Formate luden die Teilnehmerinnen zu wechselseitige Begegnungen ein, initiierten eine offene Reflexionen zum Thema Politik und Tanz und erforschten, wie wir Politik in unseren Alltag wahrnehmen und leben.

Workbook 6. Biennale Tanzausbildung 2018
Zur Dokumentation

Die 6. Biennale Tanzausbildung 2018 rückte die wechselseitige Beziehung zwischen Tanz und gesellschaftlichen und politischen Themen in den Mittelpunkt. Unter dem Titel „Dancing in the Street. Was bewegt Tanz?“ fragte sie nach der politischen Dimension von Tanz sowohl im Studium, Studio und auf der Bühne als auch innerhalb der politischen und sozialen Kontexte in denen wir leben.

Die 6. Biennale Tanzausbildung 2018 war ein Projekt der Ausbildungskonferenz Tanz und wurde veranstaltet vom HZT Berlin. Studierende und Vertreter*innen der staatlichen Ausbildungsinstitutionen für Tanz in Deutschland trafen sich zu einer einwöchigen Austauschplattform in den Uferstudios und zwei öffentlichen Aufführungen im HAU Hebbel am Ufer. Die Biennale gab den Teilnehmer*innen ein Forum, sich durch Workshops, Trainings, künstlerische Präsentationen, Vorträge und Gesprächsformate gemeinsam mit berufsrelevanten Themen und Fragestellungen auseinanderzusetzen und unterschiedliche Ausbildungs- und Arbeitsansätze kennenzulernen.

Über das notwendig Politische in Tanzausbildungen

Tanzstudierende kommen in der Ausbildung und Berufspraxis früher oder später mit verschiedenen Facetten des Politischen in Berührung und müssen sich hierzu verhalten. Während der Biennale waren die Teilnehmer*innen daher eingeladen, gesellschaftliche und politische Aspekte in der eigenen Praxis zu reflektieren und diese im Diskurs zu verorten. Was bedeutet politisches Bewusstsein im Kontext Tanzausbildung? Was ist meine Handlungskompetenz als Tänzer*in und was meine Verantwortung? Was bedeutet es, hier und heute zu tanzen? Was hat es zu anderen Zeiten und an anderen Orten bedeutet? Welche Impulse gibt der Tanz direkt oder indirekt in die Gesellschaft hinein? Wie und mit welchen gesellschaftlichen und politischen Ereignissen beschäftigen sich Akteure im Tanz?
Tanz als Kunstform hat im Verlauf der Geschichte immer wieder seine gesellschaftliche und politische Wirksamkeit beansprucht: Sei es im Sinne einer ästhetischen Neuverhandlung des Körpers und seiner Darstellungen, sei es in der Auseinandersetzung mit konkreten politischen Ereignissen oder indem Tanz Formen des gemeinschaftlichen Praktizierens und Weitergebens erprobt hat, die Modell für gesellschaftliches Zusammenleben sein können.

Tanz als Mittel für gesellschaftlichen Protest und politisches Handeln

Aber auch – oder vielleicht besonders – außerhalb der Theaterbühne hat Tanz immer wieder sein Potenzial zu gesellschaftlicher Veränderung entfaltet. So geht der erste Teil des Biennale-Titels „Dancing in the Street“ zurück auf den gleichnamigen Song der US-amerikanischen Gruppe „Martha & The Vandellas“. 1964 ursprünglich als harmloser Partysong aufgenommen, erfuhr er im Zuge der Bürgerrechtsbewegung eine zweite Bedeutung als Protestsong der afroamerikanischen Demonstrant*innen. Der Aufruf zum Tanzen auf der Straße war in den USA der 60er Jahre eine gefühlte Bedrohung der sozialen Ordnung, die mehrere Radiosender dazu veranlasste, den Song aus dem Programm zu nehmen.

Welche Macht nicht nur vom tanzenden, sondern auch vom still verharrenden Körper ausgeht, hat in jüngster Zeit der Choreograph und Tänzer Erdem Gündüz mit seiner Aktion „Standing Man“ gezeigt: Acht Stunden lang stand Gündüz 2013 regungslos auf dem Taksim-Platz in Istanbul und starrte auf ein Transparent mit dem Portrait des Republikgründers Mustafa Kemal Atatürks. Weder die polizeiliche Befragung noch die Durchsuchung seiner Hosentaschen und seines Rucksacks hielten ihn von seinem friedlichen Widerstand und stillen Protest für die Meinungsfreiheit ab.

Diese Beispiele zeigen: das Politische im Tanz reicht von der gemeinschaftlichen Erfahrung im Studio bis zum zivilen Ungehorsam im öffentlichen Raum. Die Biennale Tanzausbildung versucht dieses Spektrum abzubilden, indem sie in Workshops für die Studierenden und einer eintägigen öffentlichen Konferenz künstlerische Positionen und Perspektiven vorstellt, die auf unterschiedliche Art das Verhältnis zur Gesellschaft thematisieren und so zeigen, wie sich in und durch Tanz agieren lässt.

Ideen entwickeln für Tanzausbildung und Tanzkunst

Die 6. Biennale Tanzausbildung nahm die Beschäftigung mit den möglichen gesellschaftlichen und politischen Handlungsräumen von Tanz auch zum Anlass, um zu fragen: Wohin bzw. wofür sollte professionelle Tanzausbildung sich öffnen, um dieses Potenzial voll auszuschöpfen? Was können Tanz und Tanzausbildung für verschiedene gesellschaftliche Bereiche leisten und welche Kontakte und Schnittstellen müssen dafür etabliert werden? Was sind die politischen und gesellschaftlichen Visionen der nächsten Generation Tanz-Schaffender und wie kann man sie bestmöglich darin unterstützen, diese zu realisieren?

Die 6. Biennale Tanzausbildung vom 26.2. - 5.3.2018 war ein Projekt der Ausbildungskonferenz Tanz. Veranstaltet vom Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin. Kurtatiert von Prof. Nik Haffner und Britta Wirthmüller.

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. In Kooperation mit dem HAU Hebbel am Ufer, Tanztreffen der Jugend, Sasha Waltz & Guests, TanzRaumBerlin, Jazz Institut Berlin (JIB). Mit freundlicher Unterstützung des Goethe Instituts.

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