IF YOU LEAVE ME (NOW)...

Kollisionen 2026

In der Projektwoche "If you leave me (now)...", moderiert von Claire Cunningham zusammen mit der Künstlerin und Choreografin Juli Reinartz, ging es um Wahrnehmung von Zeit und den Akt des Weggehens in Performances.
Zu den zentralen Fragen gehörten:

  • Wann gehst du/würdest du gehen?
  • Was bedeutet es, einen Raum zu verlassen – eine Performance, einen Ort, choreografisches Material, eine Erzählung, ein System?
  • Wie könnten wir Raum für das Unvollendete, Unterbrochene und Abwesende schaffen?
  • Was wäre, wenn wir eine Performance gestalten würden, die Menschen (Publikum oder Darsteller*innen) dazu einlädt, zu gehen? Wie beeinflusst dies Inhalt, Form, Dauer, Ort und Gestaltung?
  • Inwiefern könnte das Gehen ein gegenseitiger Akt der Fürsorge sein?

Ausgehend von den Arbeiten von Crip- und behinderten Künstler*innen wurden mit Claire und Juli das Gehen durch die Linse der Zugangsästhetik und der Choreografien der Fürsorge untersucht und dabei betrachtet, wie barrierefreies Design die Performance und das Erlebnis des Publikums in Bezug auf Raum und Zeit prägt.

Das Labor lud die Teilnehmenden dazu ein, über persönliche und kollektive Erfahrungen von Zeit – als Publikum und als Darsteller*innen – nachzudenken und dabei die damit verbundenen sozialen Zwänge und Stigmatisierungen zu untersuchen. Zu den Aktivitäten gehörten Gespräche, Lesen, Schreiben, barrierefreie Bewegung und räumliche Arrangements.

"If you leave me (now)..."

war Teil der interdisziplinäre Projektwoche an der UdK Berlin
vom 05.-09.01.2026 

durchgeführt von: Claire Cunningham & Juli Reinartz 

Claire Cunningham  (Chorography, Dance and Disability Arts) ist Performerin und Schöpferin multidisziplinärer Performances und lebt in Glasgow.  Als eine der renommiertesten und international bekanntesten Künstlerinnen mit Behinderung im Vereinigten Königreich sind ihre Arbeiten verwurzelt in der Auseinandersetzung mit Crip- und Behindertenerfahrungen, Praktiken der Fürsorge und der Hinterfragung gesellschaftlicher Vorstellungen von Wissen und Wert. Sie ist Einstein-Professorin für „Choreografie, Tanz und Disability Arts“ am Inter-University Centre for Dance in Berlin und brachte 2024 ihr neues Solowerk Songs of the Wayfarer zur Uraufführung.

Juli Reinartz (Making A Difference, Uniarts Helsinki)  ist Choreografin und künstlerische Forscherin, die sich an der Theaterakademie der Uniarts Helsinki mit „Crip Time“ als choreografischer Strategie und Frage an kollektive Erfahrungen auseinandersetzt. Ihr endokrinologisch turbulenter Körper prägt zunehmend ihre Wahrnehmung von Zeit und bildet den Kern ihrer Forschung. Neben ihrer Forschung leitet Juli gemeinsam das Projekt „Making a Difference“ in Berlin, das Künstler*innen in künstlerischen Führungspositionen unterstützt und fördert sowie ableismusfreie Arbeitsbedingungen schafft. 

Kollisionen ist die transdisziplinäre Projektwoche der UdK Berlin. In der ersten Januarwoche kommen Studierende und Lehrende aus unterschiedlichen Studiengängen zusammen, um gemeinsam an künstlerischen und experimentellen Projekten zu arbeiten. Im Austausch verschiedener Perspektiven und Kompetenzen entstehen neue Formen der Zusammenarbeit, die Raum für Begegnung, Experimente und fachübergreifendes Lernen schaffen.

 

Notizen aus dem Unterricht über Zeit

Text der Abschlusspräsentation von "If you leave me (now)..."

vorgetragen als Teil des GRAND FINALE der Kollisionen 2026