Di16.6.2018:00
Kooperation

In Conversation #6: Im/Purity

Vorstellungen von Un/Reinheit sind der Ausganspunkt für die sechste Ausgabe der Gesprächsreihe zur Unversehrtheit des Körpers. Der Theatermacher und -wissenschaftler Soumyabrata Choudhury und die Performancekünstlerin Siegmar Zacharias diskutieren, wie Körper zu Orten der Aushandlung von Grenzen werden – Choudhury mit Bezug auf den indischen Kontext, Zacharias im Kontext ihrer künstlerischen Praxis mit unkontrollierbaren Materialien wie Schleim oder Sabber: Wie ist die Fähigkeit eines Körpers, an der Gesellschaft teilzuhaben, mit Vorstellungen und Darstellungen von Scham, Gefahr oder Unreinheit verbunden und durch sie definiert? Wie werden politische Formen der Kontrolle und Steuerung durch verkörperte, viszerale und affektive Erfahrungen durchgesetzt?

Alle Videos der Reihe Unversehrtheit: Conversations on the Integrities of the Body sind bis zum 28. Juni 2020 hier abrufbar.

Dr. Soumyabrata Choudhury ist Theatermacher und Professor für Theaterwissenschaft und Performance Studies. Er lehrt aktuell an der Fakultät für Künste und Ästhetik an der Jawaharlal Nehru University in Neu-Delhi. Davor unterrichtete er am Centre for Studies in Social Sciences in Kalkutta und war Stipendiat am Centre for the Study of Developing Societies in Neu-Delhi und am Indian Institute of Advanced Study (IIAS) in Shimla. Sein Buch „Theatre, Number, Event: Three Studies on the Relationship of Sovereignty, Power and Truth” erschien 2013 am IIAS. Sein letztes Buch „Ambedkar and Other Immortals: An Untouchable Research Programme“ erschien 2018. Er führte in den letzten dreißig Jahren bei zahlreichen Stücken Regie oder wirkte als Schauspieler mit. In seiner letzten Inszenierung adaptierte er Franz Kafkas Erzählung „Ein Bericht für eine Akademie“ (2019 im Expression Lab in Poona).

Siegmar Zacharias ist Performancekünstlerin, Wissenschaftlerin und Kuratorin. Sie erforscht Politiken der Entfremdung und Intimität an der Schnittstelle zwischen Menschlichen und Nicht-Menschlichen. Im Zentrum stehen dabei Formen und Fragestellungen des verkörperten Denkens und Seins. Sie entwickelt Performances, Installationen und diskursive Formate, die sich mit Fragen der Handlungsfähigkeit, der Ökologie künstlerischer Praktiken und Formen viszeralen Denkens auseinandersetzen, und präsentiert diese international. Zacharias nimmt unkontrollierbare Materialien und Phänomene wie Rauch, Schleim, Sümpfe, Erdbeben und das Nervensystem als Vorbilder, um eine posthumane feministische Poet(h)ik zu entwickeln. Sie studierte Philosophie und Vergleichende Literaturwissenschaft in Berlin (FU) und London (UCL) und Performance bei DasArts, Amsterdam. Sie unterrichtet regelmäßig, u.a. bei DOCH Stockholm, HZT Berlin, Bard College Berlin. Ab 1993 hat sie mit Arbeitnehmervertreter*innen an Methoden gewaltfreier Kommunikation gearbeitet. Im Rahmen eines AHRC TECHNE Stipendiums arbeitet sie aktuell auch an einem PhD an der Roehampton University.  

 

Veranstaltungsort:
MA SODA Zum Stream