Do11.11.2118:30
Vortrag Stream

Elizabeth A. Povinelli

Heritability and the Ancestral Present

In diesem Vortrag wird eine Reihe von parallelen Momenten in der Gegenwart der Vorfahren zweier Clans vorgestellt, um die Beziehung zwischen Indigenität und weißem Nativismus im Kontext des Siedlerkolonialismus zu untersuchen. Sie nähert sich einer Wende in der Politik der Differenz, indem sie nachverfolgt, wie zwei Gruppen von Clans sich durch historische Formen der Gegenwart der Vorfahren bewegt haben, nämlich durch sich verändernde Vorstellungen von sozialer Form, Zeit und Vererbbarkeit, und wie diese Vorstellungen aus menschlichen Körpern und der übermenschlichen Welt hervorgehen und sich in ihnen materiell niederschlagen. Bei den Clans handelt es sich einerseits um den Simonaz-Clan, Patronym Povinelli, und den Bartolot-Clan, Patronym Ambrosi, aus Carisolo, Trentino, und andererseits um die totemistischen Clans der Karrabing, die sich entlang der Küstenregion der Anson Bay, Northern Territory, Australien, erstrecken. Beide Gruppen sind in monarchischen Imperien und liberalen Nationalismen aufgegangen; beide haben Formen des Siedlerkolonialismus und des weißen Nativismus durchlaufen. Beide lassen sich nicht auf eine nationale Form reduzieren, aber auch ihre Beziehungen zum Siedlerkolonialismus sind nicht dieselben. So setzen beide mein Interesse an der Dynamik zwischen Kolonialismus und liberalem Regieren fort - wie die europäische Eroberung des westlichen Atlantiks und des Pazifiks die Formen des liberalen Regierens noch lange nachdem die ersten Kolonialflotten ihre Armeen, Entdecker und Siedler ausgeschifft haben, verändert.

Die Vorlesung findet online in englischer Sprache statt, über den folgenden Zoom-Link:
https://hfmdk-frankfurt.zoom.us/j/82192661889?pwd=WWhma2s0VXFEOG9iNXgxRU9hTW5lQT09
Meeting-ID: 821 9266 1889
Kenncode: 025612

Die Ringvorlesung (Un)settled. Performance, Schutz und Politiken der Verunsicherung von der HTA (Hessische Theaterakademie) im Wintersemester 2021/22 findet in Kooperation mit dem Institute for Applied Theater Studies, JLU Giessen; dem HZT – Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz, Berlin; der Kunstakademie Düsseldorf und dem Künstlerhaus Mousonturm statt.

Elizabeth A. Povinelli ist eine kritische Theoretikerin und Filmemacherin. In ihren kritischen Schriften konzentriert sie sich auf die Entwicklung einer kritischen Theorie des späten Siedlerliberalismus, die eine Anthropologie des Anderen unterstützen würde. Diese potenzielle Theorie hat sich in fünf Büchern, zahlreichen Aufsätzen und einer fünfunddreißigjährigen Zusammenarbeit mit ihren indigenen Kollegen in Nordaustralien entfaltet, einschließlich der jüngsten sechs Filme, die sie als Mitglieder des Karrabing Film Collective geschaffen haben. Ihre jüngsten Bücher Geontologies: A Requiem to Late Liberalism wurde 2017 mit dem Lionel Trilling Book Award ausgezeichnet und The Cunning of Recognition war ein Art Forum Best Book of the Year.

Credits:
Diese HTA-Ringvorlesung steht im Zusammenhang mit BODIES, UN-PROTECTED, dem Internationalen Programm zu Körpern, Kunst und Schutz im Künstlerhaus Mousonturm, das von Oktober 2021 bis Juni 2022 läuft.
Organisator:innen: Prof. Dr. Bojana Kunst, Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, JLU Gießen; Prof. Dr. Sandra Noeth, HZT, UdK, Berlin; Prof. Dr. Francesca Raimondi, Kunstakademie Düsseldorf; Anna Wagner, Mousonturm, Frankfurt.

Veranstaltungsort: Stream |