So31.1.2100:00
Abschlussarbeit Stream
maC Masterarbeiten

Claire C.

GOING WILD

WILDNIS ist ein Begriff, der seit Jahrhunderten verwendet und missbraucht wird. Er ist verknüpft mit  kolonialen  Besetzungen wie des "Wilden", der "Grenze" sowie der "unzähmbaren Frau". Er ist  sowohl mit  dem zivilisatorischen Projekt der Moderne als auch mit romantischen eurozentrischen Projektionen auf Land und Körper verknüpft. Doch könnten wir diesem Begriff möglicherweise neue Bedeutungen abgewinnen? Unter Berücksichtigung dieser Assoziationen versucht diese Arbeit, zu einem Zustand der Einfachheit zurückzukehren, der unweigerlich ein Netz von Komplexität eröffnet, während wir darüber nachdenken und überdenken, wie sich "Wildheit" heute anfühlen könnte.

Der künstlerische Recherche war im Wesentlichen ein verkörperter Prozess, der mit und im Wandlitzer Wald entwickelt wurde. Durch eine längere Zeit des Eintauchens in den Wald machten wir unsere Körper mit der Beschaffenheit des Bodens, den verrottenden Blättern, der Feuchtigkeit und Kälte, den Baumwurzeln und Insekten vertraut - und öffneten uns für ein anderes Verständnis von Zeit und Raum. Durch eine rigorose Praxis des Zuhörens, Beobachtens und im Zustand der verkörperten Erfahrung folgten wir einem roten Faden, der es uns ermöglichte, über unsere Vorstellungen von "wild" hinauszugehen und an einem Ort anzukommen, an dem sich Ideen und Handlungen im immerwährenden Zustand des Werdens treffen.

Es ist keine kleine Aufgabe, diesen heiligen Akt des Rituals durch die Performance, diesen Treffpunkt des Körpers, der Erde und der Technologien (sowohl der alten als auch der neuen) in Worte zu fassen. Die Arbeit lädt sowohl den Betrachter als auch den Ausführenden sanft dazu ein, sich in das Tun und Lassen einer Choreografie einzufühlen, die aus Präsenz besteht. Tanz der Stille. Tanz des Seins und Beobachtens.

Hinweis: Alle Pflanzenmaterialien, die zur Teilnahme an dieser Arbeit eingeladen sind, werden an ihren ursprünglichen Standort zurückgebracht.

Vom 30.1. - bis 8.2.2021 auf Vimeo verfügbar: https://vimeo.com/506526958

Choreographie von Clara Federica Crescini developed mit
Antonio Savoia, Alessandra Sparano and Sara Paternesi /dance and research
Michela Filzi and Nicola van Straaten/dramaturgy
Mariana Varela /stage
Emilia Patrignani /costume
David Szubiak /light
Samaquias Lorta /music
Sigal Zouk and Jan Burkhardt /artistic mentors
Wanda Golonka and Susanne Vincenz /academic support
Filippo Michelangelo Ceredi / video, editing, archive
Ludger Storcks /photography
Holytropic team / video making
Andreas Harder/ technical director
Raven Grace Janicello/early music development

Ein besonderer Dank gilt den maC Kolleg*innen und maC Professor*innen.
Ein weiterer besonderer Dank an das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin und die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch.

Mit freundlicher Unterstützung von HZT Berlin, HfS Ernst Busch, eines Deutschlandstipendium, PROMOS DAAD, des Deutscher Bühnenverein Landesverband Berlin und MOVIN'UP DARSTELLENDE KUNST – PERFORMING ARTS 2020
Unterstützt von MIBACT Ministry of Cultural Heritage and Activities and Tourism, General Directorate for Performing Arts and GAI Association for the Circuit of the Young Italian Artists together with TPP Puglia Public Theater, Apulia Region and GA/ER Association Young Italian Artists of Emilia-Romagna

Veranstaltungsort: Stream |
maC