Zum zweiten Mal, wiederum in einem Sommersemester, fokussiert die SODA Lecture-Reihe auf die Frage nach dem Subjekt in Beziehung zu choreographischer und zeitgenössischer künstlerischer Praxis allgemein. Die Frage nach dem Subjekt ist heute wieder ein zentraler Aspekt der philosophischen, künstlerischen und kritisch-politischen Diskurse; deshalb bildet sie den Ausgangspunkt, sich mit den drei zentralen Begriffen des SODA-Studiengangs – Solo, Tanz, Autorschaft – zu befassen.
10. April I 18 Uhr I Boyan Manchev I What is Subject? What is Creation?
In seinem Einführungsvortrag wird Boyan Manchev die Frage nach der Subjektivität mit der Frage nach dem Werk in Beziehung setzen und versuchen, eine Alternative zu der radikalen Kritik am Begriff des Subjekts im letzten Jahrhundert vorzuschlagen: Was wir nach dem „Tod des Subjekts” brauchen, ist nichts anderes als eine emanzipierte Subjektivität als Kraft von Transformation und Gerechtigkeit.
17. April I 18 Uhr I Helmut Ploebst I Critical Mass
Helmut Ploebst wird die autopoietische Voraussetzung des ‚Kritischen’ in Prozessen der Natur und der Gesellschaft im Verhältnis zur ‚Kritik’ in Kunst und ihrer Reflexion untersuchen. Er wird die Symptome der Krise der Kritik im Kontext der derzeitigen flüssigen politischen und ökonomischen Regimes in den Blick nehmen – und die Möglichkeiten, in dieser Realität zu navigieren.
Moderation: Boyan Manchev
22. Mai I Noémie Solomon
Moderation: Boyan Manchev
29. Mai I Constanze Schellow I Der Böse Blick des ‚Authoriums' vs. eine Ästhetik der Ver-Antwortung? Zur Performance von Zuschauerschaft in zeitgenössischer Choreographie
Moderation: Boyan Manchev
12. Juni I Frédéric Neyrat I (Form-of-)Life: Art, Life and Metaphor
Moderation: Boyan Manchev
Alle Lectures beginnen 18 Uhr und enden, die Disskusion eingschlossen, ungefähr 20 Uhr. Sie sind für die Öffentlichkeit geöffnet und frei im Rahmen der vorhandenen Plätze.
Uferstudios, Uferstraße 23, 13587 Berlin
U8: Pankstraße, U9: Nauener Platz, S-Bahn Gesundbrunnen
Künstler und Denker zu Gast im HZT teilen ihre Perpektive auf Tanz. Eintritt frei.
5.6.2013 I 18 Uhr I Studio 11
„Zur Aufteilung von Zeit”
Cecilie Ullerup Schmidt im Gespräch mit Florian Feigl
Zeitökonomie ist nicht nur eine Disziplin innerhalb neoliberaler Marktverhältnisse, sondern kann auch in der Aufteilung von Zeit im Produzieren von performativer Kunst beobachtet werden: wie lange proben wir und wie lange performen wir? Was ist ein zufrieden stellendes Format und wer definiert die Parameter von „zu lang" oder „nicht Abendfüllend"? Performance Künstler Florian Feige entwickelte die laufende Performance „300" als Künstler und Vater von drei Kindern. Er fand ein angemessenes Arbeitsformat indem er fünf Minuten/ 300 Sekunden Sequenzen aus skulpturellen, sozialen und Video Material entwickelte - und 300 von ihnen zu einer Sammlung von ungefähr 24 Stunden zusammenführt. Kommend von der materialistisch- feministischen Vorraussetzung von „300" werden wir die die Aufteilung von Zeit in der Arbeit eines Künstlers diskutieren.
19.6.2013 I 18 Uhr I Studio 11
„Wie lässt sich das Universelle repräsentieren?”
Cecilie Ullerup Schmidt im Gespräch mit Alain Franco
Karlheinz Stockhausen komponierte in den späten 60ern „Hymnen". Diese Arbeit besteht aus einer dialektischen Konstruktion mit nationalen Lobgesang, gegliedert in 4 Regionen die etwas wie „politische Mobilität" beschreiben. Aber „Hymnen" ist auch eine Weiterführung eines per se westlichen Idioms: der Repräsentation der Universalität. Zusammen mit Studierenden des HZT und Musiker Alain France werden wir „Hymnen" hören um einen Eingang zu finden und bedeutende Aspekte von Nationen und Co-Existenzen zu erforschen, aber auch technologische Größen des Austausches und der Integration.
Uferstudios, Uferstraße 23 I Badstraße 41A, 13357 Berlin (U8 Pankstraße, U9 Nauener Platz)
Die Veranstaltungsreihe MAX beschäftigt sich mit Perspektiven, Aspekten und Kontexten von Choreographie. Die verschiedenen Veranstaltungen werden von den Studierenden des Masterstudiengangs Choreographie (MAC) des HZT konzipiert.
PROGRAMM I Eintritt zu allen Veranstaltungen frei.