Zeichnung: Andreas Töpfer / milchhof:atelier
>Zeichnung: Andreas Töpfer / milchhof:atelier

 

 


TANZ
what gets you dancing

 

Kannst du tanzen? Egal ob du dich selbst oder andere danach fragst, wahrscheinlich hat fast jede*r ein, zwei Erinnerungen daran, wie es ist, zu tanzen und sich dabei großartig zu fühlen. Manche tanzen lieber wenn sie alleine sind, andere brauchen erst mal ein Glas Wein. Manchmal bist du selbst überrascht, wie ausgelassen und fantastisch du tanzen kannst – vielleicht auf einer Hochzeit oder während dieser einen Clubnacht. Und manchmal bist du überrascht, weil du zwar Lust hättest zu tanzen, dich jedoch nicht traust, auch nur vom Stuhl aufzustehen.

 

In seiner Medienpublikation Material for the Spine fragt der Tänzer Steve Paxton, wie es kommt, dass wir glauben, Tanzen müsse unterrichtet werden? Wie kommt es, dass wir die Fähigkeit verlieren, einfach zu tanzen, wie Kinder es tun? Was hindert uns daran zu tanzen – eine Aktivität, die uns gut tut, die sozial und gesund ist?

 

Was müssten wir in unseren Schulen und Gesellschaften verändern, um die Freude und Neugier am Tanzen nicht zu verlieren?

 

Und jetzt? In genau diesem Moment? Was könnte dich zum Tanzen bringen? Welcher Song? Welche Freunde?

 

 

 

Zeichnung: Andreas Töpfer / milchhof:atelier
>Zeichnung: Andreas Töpfer / milchhof:atelier

 


ÖFFNUNG
who’s at your dance

 

Die Autorin eines fiktiven Artikels in einer deutschen Zeitung aus dem Jahr 2027 merkt an: Tanz hat in den letzten 10 Jahren eine beachtliche Öffnung in die Gesellschaft vollzogen, und im Gegenzug ist es gelungen, dass sich die Gesellschaft dem Tanz öffnet ...

 

Eine solche Öffnung, die in Ländern wie Belgien, den Niederlanden und England bereits real und weit vorangekommen ist, steht in Deutschland noch aus. Wenn wir es mit der gesellschaftlichen Relevanz von Tanz und Choreographie ernst meinen, müssen wir darüber nachdenken, welche Öffentlichkeit wir wie erreichen und einbinden, aber auch, welche Lebenswirklichkeiten wir an unsere künstlerischen Prozesse und an uns heranlassen. Wer die etablierten Kunstorte verlässt, kann andere künstlerische Formate für Tanz und Choreographie erfinden, aber auch andere Themen aufgreifen und sich mit anderen Sichtweisen konfrontieren.

 

Durch Projekte außerhalb der gängigen Spielorte, durch die Einladung von Gastkünstler*innen und in Kooperationen möchte das HZT zukünftig eine solche Öffnung voranbringen. Neben der Möglichkeit, performative Arbeiten für die Bühne oder Ausstellungsräume zu entwickeln, erhalten HZT-Studierende daher auch die Gelegenheit, sich außerhalb der etablierten Formate auszuprobieren. So werden die studentischen Sommerprojekte des Masterstudiengangs Choreographie 2017 erstmals im Stadtraum präsentiert. In Vorbereitung ist außerdem das HZT Forschungsvorhaben Das Choreographische Dorf, ein Projekt in dem Künstler*innen eingeladen werden, choreographische Arbeiten in ländlichen Gebieten zu entwickeln.

 

 

 

Zum Welttanztag 2017 am 29. April veröffentlichen wir einen Vorab-Auszug aus der Publikation „drawing from what falls next to you“, die zum 10-jährigen Bestehen des Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) erscheint und mit Texten und Zeichnungen skizziert, was das HZT heute ausmacht und was es morgen werden könnte.

 

Zeichnungen: Andreas Töpfer / milchhof:atelier, Texte: HZT Berlin / Nik Haffner & Britta Wirthmüller (2017)