19.10. I 18 UHR I MA SODA LECTURE I LUDGER SCHWARTE UND BOYAN MANCHEV: THE END OF CONTEMPORARY ART? I EIN DOPPELVORTRAG

 

Die erste Veranstaltung der Vortragsreihe des Masterstudiengangs Solo/Dance/Authorship am HZT Berlin im Wintersemester 2016/17 beginnt mit einer tiefgreifend kritischen Frage: Ist das Ende zeitgenössischer Kunst gekommen? Wenn das, was wir ‚zeitgenössische Kunst’ nennen, eine historische Kategorie ist, dann hat sie begrenzte historische Gültigkeit. Sind wir Zeugen, dass sich diese Gültigkeit erschöpft hat?

 

Die Philosophen Ludger Schwarte und Boyan Manchev teilen die Intuition, dass das, was als "zeitgenössische Kunst" im letzten halben Jahrhundert konzipiert und identifiziert wurde, der radikalen Transformation, wenn nicht allmählichen Erschöpfung unterliegt.

Sie werden zwei Perspektiven vorschlagen, sich mit der eröffnenden provokativen Frage zu befassen, die der Regisseur Dirk Cieslak ihnen bei einem Panel im Juni 2016 gestellt hat. Die Veranstaltung wird außerdem Thesen aus Schwartes neuem Buch "Notate für eine künftige Kunst" vorstellen und diskutieren.

 

Ludger Schwarte (*1967), Philosoph und Literat, lehrt an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Ästhetik, Politische Philosophie, Wissenschafts- und Architekturtheorie und Philosophie des Rechts. [www.kunstakademie-duesseldorf.de]  

20. UND 21.10. I 19 UHR I MA CHOREOGRAPHIE HERBSTPROJEKTE:  LEONIE GRAF, JANNE GREGOR, I JUNG LIM I STUDIO 14

 

Die drei MA Choreographie Studentinnen Leonie Graf, Janne Gregor, I Jung Lim präsentieren ihre Semesterarbeiten.

 

 

 

LEONIE GRAF: DIMENSIONSBETRACHTUNG. EINE CHOREOGRAOHISCHE GRÖSSENVERSCHIEBUNG

©Nicole Frei
>©Nicole Frei

  

Über einer Öffnung an der Erdoberfläche wölbt sich sprudelnd eine Wasserglocke auf. Aus dem Untergrund schießen mit hoher Geschwindigkeit dutzende Wasserblasen herauf. Diese durchbrechen explosionsartig die Wasserglocke und reißen das Wasser als Fontäne mit sich in die Höhe. Was folgt, ist der Blick in die Vertikale und ein Zustand, der neue Wahrnehmung zulässt. Dieser dehnt sich aus und sucht seine Balance. - Was passiert, wenn sich vier Performer_innen bewegen und mit ihren Körpern versuchen, dem Raum eine neue Dimension zu verleihen?

 

mit: Simone Detig, Tashina Mende, Felix Utting, Ingileif Franzdóttir Wechner

Musik/ Komposition: Tobias Vethake

Szenografie: Nicole Frei

Lichtdesign: Christoph Bovermann

Choreographie: Leonie Graf

 

 

JANNE GREGOR: DIE UNENDLICHE FAHRT

© Janne Gregor
>© Janne Gregor

 

Vier Menschen befinden sich im Saal.
Doch man sieht sie nicht.

 

Sie schleichen ums Haus herum, hauchen ans Fenster und schaffen sich einen Platz in deinen Träumen.


Sie wissen, was schon Wagners Revolutionsgöttin wußte;

„Wo ich nicht bin, da ist der Tod! Ich vernichte, was besteht, und wohin ich wandle, da entquillt neues Leben dem toten Gestein. Ich komme zu euch, um zu zerbrechen alle  Ketten, die euch bedrücken, um euch zu erlösen aus der Umarmung des Todes.“

So soll es sein.
Dekolonisation durch Konfiskation europäischen Kulturgutes!
Und wenn sämtliche Urheber sich im Grabe umdrehen, tanzen wir dazu den Gule wamkulu.

Wir machen das Unsichtbare sichtbar!

Choreographie: Janne Gregor
Dramaturgische Beratung: Maja Zimmermann
von und mit: Innocent Akhagbeme, Michael Daoud, Jallow Mamudou,
Sounds: Emilio Gordoa
Bühnenbild und Ausstattung: Kim Scharnitzky
Lichtdesign: Luigi Kovács

 

 

I JUNG LIM: DER RAUM WO ES WEDER TAG NOCH NACHT GIBT

©I Jung Lim
>©I Jung Lim


Der menschliche Körper ist unablässig der Schwerkraft ausgesetzt. Daraus resultiert eine Erschöpfung, die sich in einer spannungslosen Körpersprache und in schleppenden Bewegungen ausdrückt. Warum wird dem Körper zusätzlich zu dieser Belastung noch die Verantwortung übertragen, Identität darzustellen?

Der Körper ist in einem Raum ohne klare Grenzen, in einem Zwischenraum. Hier halten sich die Menschen auf, die weder große Schuld tragen noch besondere Wohltaten erbracht haben.

Wie können sich diese menschlichen Körper in diesem Raum formen und wie sehen sie aus?

 

Choreographie/ Text/ Sound: I Jung Lim

DarstellerInnen: Parwanhe Frei, Florence Freitag, Julia Turbahn, Simone Gisela Weder

Kostümbildnerin: Carolin Herzberg

Assistentin: Camille Jamelen

Korrektor für deutsche Ausdrucksweise: Karim Alameddine, Witalij Frese


 

Mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Bühnenvereins, Landesverband Berlin.

 

Uferstudios, Studio 12 & 14, Uferstr. 8/23 bzw. Badstr. 41a, 13357 Berlin-Gesundbrunnen

S Gesundbrunnen, U8 Pankstraße, U9 Nauener Platz

uferstudios.com

Eintritt frei. Keine Reservierung möglich. Abendkasse ab 18:15 Uhr.

 

25. UND 26.10. I 19 UHR I MA CHOREOGRAPHIE HERBSTPROJEKTE: KATHERINE EVANS, YUKO MATSUJAMA I STUDIO 14

 

Die beiden MA Choreographie Studentinnen Katherine Evans, Yoko Matsujama präsentieren ihre Semesterarbeiten.

 

 

KATHERINE EVANS: IN DER STUBE MIT DEM OFFENEN FENSTER

©iStockphoto_Lisa-Blu
>©iStockphoto_Lisa-Blu

 

In dem Tanzstück In der Stube mit dem offenen Fenster sitzen viele Menschen, so viele wie es Stuben gibt. Durchs Fenster werfen sie mit ihrem Blick einen Rahmen auf die Welt. In dem Rahmen ist Platz für Familienessen mit gewetzten Messern, oder eine ferne, gescheiterte Liebe, die es sich in mancher Herzkammer gemütlich machte und von dort aus das Blut vorantreibt.

In der Stube mit dem offenen Fenster wird Nähe und Distanz gleichermaßen Platz eingeräumt, so dass die allgegenwärtige Dissonanz zwischen körperlicher und emotionaler Befindlichkeit an die Oberfläche tritt.

 

Choreographie: Kai Evans

Von und mit: Yara-Li Mennel, Naïma Ferré, Lilly Pohlmann

Vocal Coach: Robert Liethoff

Bühnenbild: Carolina Duarte

Dramaturgie: Nadav Anin, Marie Yan

Sound: Amelie Neumann

Licht: Catalina Fernandez

 


YUKO MATSUJAMA: wʌn / tuː / fɔːr

©H.Weiffenbach
>©H.Weiffenbach

 

1.2.3.4 sind nur wenige der unendlich vielen Zahlen, mit denen sich verschiedene Rhythmen zählen lassen. Diese vier Zahlen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Performance, sie lassen Raum für Interpretationen. Indem Tänzer und Musiker das rhythmische Zählen hören, werden bei ihnen Assoziationen und entsprechende Empfindungen geweckt.

 

Von und mit: Juan Felipe Amaya, Forough Fami, Ayako Toyama
Musik: Taylor Savvy
Kostümberatung: Silvia Albarella
Lichtdesign: Catalina Fernandez

Dramaturgie: Juan Felipe Amaya

Idee, Choreographie und Musik: Yuko Matsuyama

 

 

 

Dank an das Kostümkollektiv e.V. für die Unterstützung des Kostümbilds durch den Fundus.

 

Mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Bühnenvereins, Landesverband Berlin.

 

Uferstudios, Studio 12 & 14, Uferstr. 8/23 bzw. Badstr. 41a, 13357 Berlin-Gesundbrunnen

S Gesundbrunnen, U8 Pankstraße, U9 Nauener Platz

uferstudios.com

Eintritt frei. Keine Reservierung möglich. Abendkasse ab 18:15 Uhr.

26.10. I 18 UHR I HZT OPEN LECTURE I JONAS RUTGEERTS „STILL DANCE: UNBECOMING RHYTHMS IN CONTEMPORARY CHOREOGRAPHY” I STUDIO ::

Für die Arbeit vieler zeitgenössischer Choreographen ist die Unterbrechung der traditionellen Verbindung zwischen Tanz und konstantem ‘Flow’ und die Suche nach einer choreographischen Bewegung, die die Absolutheit des "Hier und jetzt" auflöst, indem stets das, was ‘nicht-hier’ und "nicht-jetzt ' ist, eingeschlossen wird, charakteristisch. Daraus ergibt sich eine performative Zeitlichkeit, die die saubere Anordnung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stört. Die Vergangenheit erscheint nicht mehr als etwas, das vergangen ist, sondern als etwas, das immer synkopiert und die Gegenwart doppelt durchquert. Auf der anderen Seite erscheint die Zukunft als eine Dimension der Potenzialität als ein wesentlicher Bestandteil der Gegenwart.

In dem Vortrag wird diese Ausdehnung von Zeit und Raum in der zeitgenössischen Choreographie mittels der Einführung des Begriffs Rhythmus erkundet.

Es wird der Versuch unternommen, sich sowohl dem modernistischen Verständnis von Zeit als Dauer als auch der aktuellen - ebenso modernistischen - Idee des absolut Transienten zu widersetzen und sich dem Verständnis dieser performativen Zeitlichkeiten stattdessen über den Begriff des Rhythmus zu nähern, was eine komplexere Erforschung der - polyrhythmischen - Beziehung zwischen einer instabilen Gegenwart, einer unbefristeten Vergangenheit und einer möglichen Zukunft ermöglicht.

 

Jonas Rutgeerts, Dramaturg und Performance-Theoretiker, ist derzeit FWO-Fellow am Philosophischen Institut der Universität Leuven und arbeitet an seinem PhD über das Konzept von Rhythmus als künstlerisches und theoretisches Instrument in zeitgenössischer Choreographie. Im WS 2016/17 ist Jonas Rutgeerts ‚affiliated researcher’ am HZT Berlin. Als Dramaturg arbeitete er u.a. mit: Ivana Müller, David-Weber Krebs, Clément Layes, Needcompany und Sanja Mitrovic. Er ist Autor von “Re-act: Re-enactment in contemporary dance’ (2015).

29.10. I 19 UHR I MA CHOREOGRAPHIE HERBSTPROJEKTE: CARINA OTTE, ROMY SCHWARZER I STUDIO 14

 

Die beiden MA Choreographie Studentinnen Carina Otte, Romy Schwarzer präsentieren ihre Semesterarbeiten.

 

CARINA OTTE: FIRN. EIN CHOREOGRAPHISCHER DISKURS DER ILLUSIONEN 

© Carina Otte
>© Carina Otte

 

Sie schmilzt. Sie rumort. Sie kann uns vernichten. Sie braucht Firn. Menschen in einer Welt, in der Firn in seiner Komplexität und Gebrechlichkeit Inbegriff für Richtungen wird und Abhängigkeiten erfahrbar werden. Oder enteisen bereits erneut die Blaualgen und in Koexistenz von Stromatolithen entsteht neues Leben? Physische Regungen und Ausbrüche in einem Raum mit Zoomobjektiv.

 

Idee/ Konzept/ Choreographie: Carina Otte

Tanz/ Ko-Choreographie: Justiina Arjanmaa, Selma Hopsu, Petra Kauppila, Roosa Kääriäinen, Eveliina Lehtiniemi, Petronella Lehtiniemi, Kirsi Määttälä, Suvi Palonen, Rianna Rintamäki, Wilma Seppälä, Maiju Tiuraniemi, Suvi Tuominen

Musik/Komposition: Natalia Bustamante

 

 

 

ROMY SCHWARZER: AS SILENCE COMES

©Romy Schwarzer
>©Romy Schwarzer

 

Ist das Leben nicht nur ein verrückter Traum. Nur eine Illusion von der Welt vor der Welt?

Versteckte Wesen, unsichtbares Huschen, unsicheres Glück, verbundene Schicksale, nichtfassbare Gewalten. Ich versuche dem Fremden zu entkommen, mich ihm anzunähern oder es zu akzeptieren. Ein Entgegenstellen erscheint zwecklos. Ich fliehe in die Zukunft und frage mich: Wo beginnt die Zeit? Wo endet der Raum?

As silence comes ist eine choreographische Untersuchung der Verknüpfung von Mensch und Natur. Eine Erzählung von fremden Wesen, die Glück und Hoffnung, wie auch Leid und Trauer bringen.

Choreographie: Romy Schwarzer

Tanz: Suvi Tuominen, Essi Koivula, Wilma Seppälä, Maiju Tiuraniemi, Selma

Hopsu

Musik/Komposition: Ilmari Tiitinen


 


 

Die Arbeiten von Romy Schwarzer und Carina Otte sind in Kooperation mit dem Studiengang Tanz des North Karelia College Outokumpu/ Finnland entstanden.


Mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Bühnenvereins, Landesverband Berlin.

 

Uferstudios, Studio 12 & 14, Uferstr. 8/23 bzw. Badstr. 41a, 13357 Berlin-Gesundbrunnen

S Gesundbrunnen, U8 Pankstraße, U9 Nauener Platz

uferstudios.com

Eintritt frei. Keine Reservierung möglich. Abendkasse ab 18:15 Uhr.